Mittwoch, Mai 24, 2006

Per arcula ad astris!

Ich habe eine Glaslaterne an der Decke hängen mit einer Kerze drin, die ich nie anmache, aber ich mag den Schatten, den sie an die Decke wirft, wenn ich die Nachttischlampe einschalte.
Zudem habe ich ein Herz, das ich nicht ausmache, gerade deshalb mag ich die Momente, in denen es stehen bleibt, überhaupt nicht.
Deswegen versuche ich Gedanken und Momenten, die einen solchen Stillstand hervorrufen, zu umgehen. So beschwöre ich zum Beispiel den rechten Fuß der StIsche auf dem Gaspedal, wenn wir eine Kurve durchfahren und die Fliehkraft kurz vorm Sieg ist (Nonverbalität hilft da übrigens nicht). Auch unangenehme Gedanken, die mich meist am Einschlafen hindern, sind gefährlich und werden in die Peripherien der Schädeldecke gejagt. Da verstecken die sich dann im wirren Dickicht, wo Sie irgendwann, meist nachts, herausspringen und laut BUH rufen – zack, kardialer Stillstand.
Zeit is relativ. Tolle Momente sind zu schnell vorbei und die schlechten dauern ewig. Und da ich in den letzten Wochen und Monaten nur die guten Gedanken gedacht und die guten Sachen gemacht habe, hat mich eine Melodie begleitet, die definitiv aus viel zu viele Sechzehntelnoten bestand. Und wenn dann mal ne Verschnaufpause da war und sich eine Viertelnote in den Takt geschlichen hat, hatte das eher negative Auswirkungen. Dann hab ich mir das Leben genommen und es in den Armen gewiegt. Und die viel zu große Schwerkraft verflucht, die irgendwie keine Luftsprünge zugelassen hat. Die Suche nach Kausalität von allem war proportional zu Depressivität und Selbstmitleid. Da war tatsächlich Angst um das Später in meinem Kopf, akut. Und viel zu viele Konjunktive wie hätteste mal und wäre doch – hatte irgendwann das Gefühl, das Schicksal würde mir taumelnd auf die Schulter schlagen und sich ins Fäustchen lachen. Rückwärts gedacht war’s kein schöner Land in dieser Zeit.
Dann bin ich im Kreis um mein Leben gerannt, verwindverweht, und hab mir alles noch mal angeguckt. Die Bilanz: kläglich, um nicht gar zu sagen miserabel. Wenn es irgendwelche mittelstuflerischen Vollhonks schaffen, alles zu erreichen und in den Griff zu kriegen, wieso dann nicht ich? Jetzt reicht’s mir, hab ich gedacht. Jetzt scheiß ich auf alles un werde erwachsen. Und dann hab ich mir noch mal das Leben genommen und es mit neuen Karten gemischt. Die Demotivation subtrahiert, ein bisschen Tatendrang addiert. Das Ergebnis:
Mit Feuereifer schmeiße ich mich, sogar heut morgen um neune, an einem freien Tag!!, auf Aristoteles und Dionysus und Sophokles und Dithryamben – okeeeeh, es ist nur eine von 4 halb- bzw. 3/4fertigen Hausarbeiten, aber meine Fresse, dat flutscht! Und es ist ein Anfang. Man soll ja alles langsam angehen, näch. Zudem hab ich von einigen Managern erfahren, dass man es tunlichst vermeiden solle, seinen Lebenslauf nach dem Studium mit Praktika zuzukleistern – deswegen wird ich wohl auch den Master machen und da meine praktische Arbeitserfahrung sammeln. Irgendwie. Ich bin da zuversichtlich. Nach den Hausarbeiten kommt der Copytest für diese geile Werbeagentur, zwecks Praktikum.
So. Soviel zu meiner mentalen Wandlung.
Und sonst so?
Meine Sexualpräferenz wird aus akutem Mangel an willigen Objekten immer anspruchsloser. Ich träumte just von einem Clochard in Paris, von dem ich mich sexuell angezogen fühlte (Sigmund Freud, bitte übernehmen Sie!). Mein Bierdurst ist genauso groß wie die Abspacklust (ich bin für genau heute Abend, um beides auszuleben). Ich verzichte seit Tagen erfolgreich auf Schokoladeund sonstige Süßigkeiten, um wieder auf die Null hinter der 6 zu kommen – nur heute hat mir die MIsche n Strich durch die Rechnung gemacht. Selbstgebackener Kuchen von des Hausfreunds Mutter. Verdammt.
Und hier noch eine Anmerkung, die einen extra Abschnitt verdient:

Der Phil hat die Photos auf die Karla gepackt!!!!!

So Leute. Ich wird mal die Nachhilfestunde vorbereiten. Adios, Lasst ma rocken.

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

:-)Baby baby, ich bin begeistert!!

8:34 PM  
Blogger elchefkoch said...

An eloquenz ist dieser eintrag wohl nicht mehr zu toppen. Aber auch ich bin von ihrem entschluss sehr angetan :)

3:20 PM  

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