Dienstag, Oktober 25, 2005

Vom großen und kleinen Glück.

Ich war grad Duschen. Und das spornt ja bekanntermaßen die Gehirnsynapsen reichlich an. Aus gegebenem Anlass dachte ich über das Glück an sich nach und jenes, welches mit Personen einherkommt.

1. Manche Menschen scheinen sich das Glück als großes Paket vorzustellen. Und so laufen sie auf ihrem Weg daher und haben immer nur dieses Paket vor Augen. Entweder kriegen sie genau dieses, oder sie wollen eben gar keins. Sollten sie irgendwann erkennen, dass das große Paket vielleicht doch nur eine Fata Morgana war, dann mögen sie wütend mit dem Fuß aufstampfen oder sich auf den Boden werfen, mit den Fäusten auf die Straße kloppen. Und dann lassen sie sich von der Fata Morgana aber doch nicht beirren, stehen wieder auf, klopfen sich abwesend den Dreck von der Hose und machen sich von vorne auf die Suche nach dem großen Paket Glück. Ob es dieses wirklich gibt, sei dahingestellt. Vielleicht ja schon. Aber wenn, wo ist es dann? Was, wenn es auf der anderen Seite der Erde ist? Wenn man viel Ausdauer hat, mag das kein Problem sein. Man läuft und läuft und läuft und hält weiterhin fein die Augen offen. Aber, meiner Meinung nach, ohne die Gewissheit der Existenz dieses Riesenglücks. Und nur vielleicht, eventuell, mag sein, finden sie es. Irgendwann.
Andere Menschen laufen dieselbe Straße entlang. Ab und zu halten sie an und pflücken eine Sonnenblume. Dann lachen sie ein paar Meter weiter über zwei Vögel, die sich um einnen Grashalm kloppen. Oder sie gehen freuen sich der Sonne, die auf einmal hinter den Wlken hervorkommt. Diese Menschen haben nicht das Riesenpaket vor Augen. Sie sammeln lieber die kleinen Päckchen, die am Wegesrand liegen und erfreuen sich daran. So liefern sie sich nicht der Gefahr aus, am Ende ihres Weges verzweifelt nach etwas gesucht zu haben, von dem sie dann einsehen müssen, dass es vielleicht doch nicht existiert.
Welcher Weg ist aber nun besser?

2. Kann man sich freuen, dass man reich ist, wenn man Armut gar nicht kennt? Kann man es zu schätzen wissen, dass die Sonne scheint, wenn es noch nie geregnet hat?
Kann man Glück wahrnehmen, ohne sein Gegenteil zu kennen? Geht das eine nicht mit dem anderen Hand in Hand einher? Man mag sich vor Trauer und Frust etc. schützen können, aber folglich wird man auch nie wirklich erfahren, was Glück ist.

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

und was ist mit den Leuten, die auf das große Paket hoffen und danach suchen, wobei sie sich aber den Weg mit den ganzen kleinen Päckchen am Wegesrand versüßen- Oder zumindest mit jenen kleinen Päckchen, die es wert scheinen, mitgenommen zu werden..?

2:39 PM  

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